Beton ist nach Wasser das meistverwendete Material weltweit – und gleichzeitig einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen. Der Widerspruch ist offensichtlich: Einerseits ist Beton un¬verzicht¬bar für Infrastrukturbauten und bestimmte tragfähige Bauteile, andererseits belastet seine Herstellung Klima und Umwelt enorm. Wie also kann mit Beton ökologischer geplant werden?
Das Onlineseminar widmet sich den ökologischen Heraus¬forderungen des Betonbaus und zeigt auf, welche Wege Architekt¬innen und Architekten, Planende und Bauherrschaften einschlagen können, um Zirkularität und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus zu rücken. Dabei wird technisches Hintergrundwissen ebenso vermittelt wie praxisnahe Strategien für die Planung.
Im Mittelpunkt stehen zunächst die Grundlagen: Materialherkunft, Zementherstellung und deren CO2-Bilanz. Darauf aufbauend werden die drei klassischen Strategien der Kreislaufführung vorgestellt:
Reduce – Materialvermeidung durch Umbau statt Neubau, Verlängerung der Nutzungsdauer sowie durch effiziente Tragwerksplanung,
Reuse – Wiederverwendung ganzer Bauteile, mit Beispielen aus aktueller Praxis,
Recycle – stoffliches Recycling und seine Grenzen.
Darüber hinaus beleuchtet das Seminar neue Ansätze wie den Einsatz von Sekundärstoffen, Pilotprojekte zur CO2-Rückgewinnung und aktuelle Ent¬wick¬lungen in Forschung und Industrie. Den Teilnehmenden werden konkrete Empfehlungen für den Planungsalltag vermittelt – von der Aus¬wahl zertifizierter Betonarten über die Nutzung von EPDs (Environmental Product Declarations) bis hin zu entwerferischen Strategien, die den CO2-Fußabdruck erheblich beeinflussen.
Inhalt:
Grundlagen: Roh¬stoffe, Zement und CO2-Fußabdruck
Strategien zur Kreislaufführung: Reduce – Reuse – Recycle
Praxisbeispiele aus Archi¬tektur und Bau¬wirtschaft
Sekundärstoffe, Ersatzmaterialien und In¬no¬vationen
Empfehlungen für die Planungs¬praxis
Referentin Dana Saez, M.Sc., Wissenschafliche Mitarbeiterin und Doktorandin, Aachen