Die Erstellung von Brandschutzkonzepten sowie konstruktiven Brandschutznachweisen im Gebäudebestand erfordert ein hohes Maß an technischem Fachwissen, Erfahrung und Verständnis historischer Bauweisen. Viele praxisrelevante Fragestellungen, insbesondere im Umgang mit bestehenden Konstruktionen und historischen Baustoffen, sind in der Literatur nur unvollständig beschrieben und daher nicht ohne Weiteres recherchierbar. Das Seminar vermittelt praxisorientierte Erfahrungswerte sowie konkrete technische und genehmigungsrelevante Kenntnisse, die Planer in die Lage versetzen, die Besonderheiten von Bestandsgebäuden fachgerecht zu bewerten und in die Brandschutzplanung zu integrieren. Dabei wird insbesondere die Sichtweise von Prüfingenieuren und Genehmigungsbehörden berücksichtigt, um typische Fehler und Mängel in Genehmigungsanträgen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Ziel des Seminars ist es, die Teilnehmer dazu zu befähigen, technisch belastbare und genehmigungsfähige Brandschutznachweise für Bestandsgebäude zu erstellen und kostenintensive Fehlplanungen oder unnötige Ertüchtigungsmaßnahmen zu vermeiden.
Das Seminar richtet sich an Tragwerksplaner, Brandschutzsachverständige, Behördenvertreter, Mitarbeiter von Brandschutzdienststellen, Beteiligte im Planungs-, Genehmigungs- und Ausführungsprozess von Brandschutzmaßnahmen sowie Bauherren.
Bestandsaufnahme
Bewertung des IST-Zustandes und Erkennen brandschutztechnischer sowie konstruktiver Mängel
Untersuchungsmethoden sowie Koordination von Fachfirmen, Handwerkern und Baustofflaboren
Organisation und Strukturierung der Bestandsaufnahme mit dem Ziel, alle relevanten Informationen für eine belastbare Planung und Nachweisführung zu erhalten
Bestandsschutz
Definition und rechtliche Einordnung des Bestandsschutzes
Bewertung, ob historische (bauzeitliche) oder aktuelle baurechtliche Anforderungen maßgebend sind
Gründe, Risiken und Konsequenzen für den Entfall des Bestandsschutzes
Auswirkungen auf Planung, Genehmigungsfähigkeit und Nachweisführung
Baulicher Brandschutz
Planung und Bewertung von Rettungswegen im Bestand
Ermittlung erforderlicher Bauteilanforderungen unter Berücksichtigung bestehender Konstruktionen
Umgang mit altbauspezifischen Bauweisen und historischen Konstruktionen, beispielsweise Brandmauern, Holzbalkendecken und Mischkonstruktionen
Einordnung und Bewertung notwendiger Brandschutzmaßnahmen hinsichtlich Verhältnismäßigkeit, Genehmigungsfähigkeit und technischer Umsetzbarkeit
Typische Fehler und Mängel in Brandschutzkonzepten und Genehmigungsanträgen aus Sicht von Prüfingenieuren und Genehmigungsbehörden
Konstruktiver Brandschutz
Heißbemessung unter Berücksichtigung historischer Baustoffkennwerte und bestehender Konstruktionen
Anwendung genauer allgemeiner Berechnungsverfahren zur realitätsnahen brandschutztechnischen Bewertung
Nachweisführung im Bestand zur Vermeidung unnötiger und kostenintensiver Ertüchtigungsmaßnahmen
Praktische Hinweise zur nachvollziehbaren und prüffähigen Dokumentation konstruktiver Brandschutznachweise
Über die Referenten Dr.-Ing. Thomas Merkewitsch (Geschäftsführer BSP Brandschutz GmbH), ö.b.u.v. Sachverständiger für Vorbeugender Brandschutz, Prüfingenieur für Brandschutz
Dipl.-Ing. (FH) Meinard Dultz, Tragwerksplaner in der Denkmalpflege (Propstei Johannesberg), Sachkundiger Planer Betoninstandhaltung