Brandschutz im Bestand: Interdisziplinäres Zusammenspiel zwischen Brandschutz- und Tragwerksplanung

Termin 04.11.2026 09:00-16:30
Ort Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein
Düsternbrooker Weg 71
24105 Kiel
Referenten Dr.-Ing. Thomas Merkewitsch, Dipl.-Ing. (FH) Meinard Dultz
Die Erstellung von Brandschutzkonzepten sowie konstruktiven Brandschutznachweisen im Gebäudebestand erfordert ein hohes Maß an technischem Fachwissen, Erfahrung und Verständnis historischer Bauweisen. Viele praxisrelevante Fragestellungen, insbesondere im Umgang mit bestehenden Konstruktionen und historischen Baustoffen, sind in der Literatur nur unvollständig beschrieben und daher nicht ohne Weiteres recherchierbar.
Das Seminar vermittelt praxisorientierte Erfahrungswerte sowie konkrete technische und genehmigungsrelevante Kenntnisse, die Planer in die Lage versetzen, die Besonderheiten von Bestandsgebäuden fachgerecht zu bewerten und in die Brandschutzplanung zu integrieren. Dabei wird insbesondere die Sichtweise von Prüfingenieuren und Genehmigungsbehörden berücksichtigt, um typische Fehler und Mängel in Genehmigungsanträgen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Ziel des Seminars ist es, die Teilnehmer dazu zu befähigen, technisch belastbare und genehmigungsfähige Brandschutznachweise für Bestandsgebäude zu erstellen und kostenintensive Fehlplanungen oder unnötige Ertüchtigungsmaßnahmen zu vermeiden.

Das Seminar richtet sich an Tragwerksplaner, Brandschutzsachverständige, Behördenvertreter, Mitarbeiter von Brandschutzdienststellen, Beteiligte im Planungs-, Genehmigungs- und Ausführungsprozess von Brandschutzmaßnahmen sowie Bauherren.

    Bestandsaufnahme
  • Bewertung des IST-Zustandes und Erkennen brandschutztechnischer sowie konstruktiver Mängel
  • Untersuchungsmethoden sowie Koordination von Fachfirmen, Handwerkern und Baustofflaboren
  • Organisation und Strukturierung der Bestandsaufnahme mit dem Ziel, alle relevanten Informationen für eine belastbare Planung und Nachweisführung zu erhalten

    Bestandsschutz
  • Definition und rechtliche Einordnung des Bestandsschutzes
  • Bewertung, ob historische (bauzeitliche) oder aktuelle baurechtliche Anforderungen maßgebend sind
  • Gründe, Risiken und Konsequenzen für den Entfall des Bestandsschutzes
  • Auswirkungen auf Planung, Genehmigungsfähigkeit und Nachweisführung


    Baulicher Brandschutz
  • Planung und Bewertung von Rettungswegen im Bestand
  • Ermittlung erforderlicher Bauteilanforderungen unter Berücksichtigung bestehender Konstruktionen
  • Umgang mit altbauspezifischen Bauweisen und historischen Konstruktionen, beispielsweise Brandmauern, Holzbalkendecken und Mischkonstruktionen
  • Einordnung und Bewertung notwendiger Brandschutzmaßnahmen hinsichtlich Verhältnismäßigkeit, Genehmigungsfähigkeit und technischer Umsetzbarkeit
  • Typische Fehler und Mängel in Brandschutzkonzepten und Genehmigungsanträgen aus Sicht von Prüfingenieuren und Genehmigungsbehörden


    Konstruktiver Brandschutz
  • Heißbemessung unter Berücksichtigung historischer Baustoffkennwerte und bestehender Konstruktionen
  • Anwendung genauer allgemeiner Berechnungsverfahren zur realitätsnahen brandschutztechnischen Bewertung
  • Nachweisführung im Bestand zur Vermeidung unnötiger und kostenintensiver Ertüchtigungsmaßnahmen
  • Praktische Hinweise zur nachvollziehbaren und prüffähigen Dokumentation konstruktiver Brandschutznachweise

Über die Referenten
Dr.-Ing. Thomas Merkewitsch (Geschäftsführer BSP Brandschutz GmbH), ö.b.u.v. Sachverständiger für Vorbeugender Brandschutz, Prüfingenieur für Brandschutz

Dipl.-Ing. (FH) Meinard Dultz, Tragwerksplaner in der Denkmalpflege (Propstei Johannesberg), Sachkundiger Planer Betoninstandhaltung

Veranstaltung: 8590

Kosten
Listenzugehörige :
230,00 €
Kammermitglieder :
180,00 €
Gäste (Sonstige) :
230,00 €